Möblierte Vermietung: So ist dein Inventar geschützt

Du vermietest möbliert? Dann ist dein Inventar ein Risiko. So versicherst du es.

13 Min. Lesezeit
Möblierte Vermietung: So ist dein Inventar geschützt

Möblierte Vermietung: So ist dein Inventar geschützt

Stell dir vor: Du vermietest deine Wohnung möbliert, der Mieter ist raus – und die 2.000-Euro-Couch hat mysteriöse Flecken, der Kühlschrank ist kaputt und vom Esstisch fehlt eine Platte. Wer zahlt jetzt? Du oder der Mieter? Und was ist, wenn ein Wasserschaden das ganze Inventar ruiniert?

Möbliert vermieten ist ein lukratives Geschäft. Du kassierst 20-40% mehr Miete als bei leeren Wohnungen. Aber mit den Möbeln kommen auch Risiken ins Spiel, die viele Vermieter unterschätzen. Dein Inventar im Wert von 10.000 bis 30.000 Euro steht in einer fremden Wohnung – und kann beschädigt, gestohlen oder zerstört werden.

Die gute Nachricht: Du kannst dich absichern. Die schlechte: Es ist komplizierter als gedacht. Denn normale Hausrat- oder Gebäudeversicherungen greifen hier oft nicht. Du brauchst spezielle Lösungen für Vermieter möblierter Wohnungen.

In diesem Guide erfährst du, wie du dein Inventar richtig absicherst, wer für welche Schäden haftet und was du bei der Dokumentation beachten musst. Plus: konkrete Kosten und eine Checkliste, damit du nachts wieder ruhig schläfst.

Was macht möblierte Vermietung besonders?

Möblierte Vermietung bedeutet: Du stellst nicht nur vier Wände zur Verfügung, sondern eine komplett ausgestattete Wohnung. Küche, Bad, Schlafzimmer, Wohnzimmer – alles da, der Mieter kann sofort einziehen. Das ist praktisch für Geschäftsreisende, Studenten oder Leute in Trennungssituationen. Und lukrativ für dich.

Aber rechtlich wird's kompliziert. Denn du bist nicht nur Vermieter der Immobilie, sondern quasi auch "Verleiher" von Möbeln und Geräten. Das bringt zusätzliche Haftungsrisiken mit sich. Anders als bei einer leeren Wohnung, wo der Mieter sein eigenes Zeug beschädigt, geht's hier um dein Eigentum.

Die Definition ist übrigens nicht scharf. "Teilmöbliert" kann eine Einbauküche mit Herd und Spülmaschine bedeuten. "Vollmöbliert" reicht von spartanischer Grundausstattung bis zum 5-Sterne-Setup mit Designermöbeln und Smart-TV. Je mehr Inventar, desto höher das Risiko – aber auch die Mieteinnahmen.

Tipp
Führe eine detaillierte Inventarliste mit Fotos und Zeitwerten. Das hilft nicht nur bei der Versicherung, sondern auch bei Streitigkeiten mit Mietern.

Ein typisches möbliertes Apartment enthält Inventar im Wert von 15.000 bis 25.000 Euro. Hochwertige Ausstattung kann schnell 50.000 Euro und mehr erreichen. Dieses Investment will geschützt sein – vor Schäden, Diebstahl und normaler Abnutzung.

Der Unterschied zur normalen Vermietung: Bei leeren Wohnungen ist dein Risiko kalkulierbar. Gebäudeschäden durch Leitungswasser, Brand oder Sturm – das deckt die Wohngebäudeversicherung ab. Bei möblierten Objekten kommen Risiken dazu, die in den Standard-Versicherungen nicht enthalten sind.

Wer haftet für was? Das Haftungs-Wirrwarr

Die Haftungsfrage bei möblierten Wohnungen ist ein Minenfeld. Grundsätzlich gilt: Der Mieter muss mit der Wohnung und dem Inventar pfleglich umgehen. Aber was heißt "pfleglich"? Und wo fängt grobe Fahrlässigkeit an?

Mieter haftet für:

  • Vorsätzliche Beschädigungen (Kratzer in die Küchentür ritzen)
  • Grobe Fahrlässigkeit (brennende Zigarette auf der Couch vergessen)
  • Schäden durch Haustiere (auch wenn Tierhaltung erlaubt ist)
  • Diebstahl durch Dritte bei nicht verschlossener Wohnung
  • Schäden durch Partys oder nicht angemeldete Untermieter

Mieter haftet NICHT für:

  • Normalen Verschleiß (Sofa wird nach 3 Jahren durchgesessen)
  • Alterungsschäden (Kühlschrank gibt nach 10 Jahren den Geist auf)
  • Schäden durch höhere Gewalt (Blitzschlag zerstört TV)
  • Einbruch trotz ordnungsgemäß verschlossener Wohnung
  • Leitungswasserschäden ohne Verschulden

Das Problem: Die Grenzen sind fließend. Ist der Kaffeefleck auf dem Teppich normale Abnutzung oder Fahrlässigkeit? Wann ist ein Sofa "durchgesessen" – nach 2 oder nach 5 Jahren? Hier entstehen die meisten Streitigkeiten.

Achtung
Mietverträge können die gesetzliche Haftung nicht beliebig erweitern. Klauseln wie "Mieter haftet für alle Schäden am Inventar" sind unwirksam.

Besonders knifflig wird's bei Wasserschäden. Platzt ein Rohr in der Wand und ruiniert deine Möbel, ist das ein Fall für die Wohngebäudeversicherung – aber nur für den Gebäudeschaden. Das zerstörte Inventar? Pech gehabt, wenn du keine spezielle Versicherung hast.

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Inventarversicherung für Vermieter: Deine Optionen

Standard-Versicherungen helfen dir als Vermieter möblierter Wohnungen nur begrenzt. Deine eigene Hausratversicherung? Greift nicht, weil das Zeug ja nicht in deinem Haushalt steht. Die Hausratversicherung des Mieters? Deckt nur sein eigenes Zeug ab, nicht deins.

Du brauchst eine spezielle Lösung. Hier deine Optionen:

1. Inventarversicherung für Vermieter Das ist die Vollkasko-Lösung. Diese Versicherung deckt dein Mobiliar in vermieteten Objekten ab – gegen Schäden, Diebstahl und manchmal sogar Verschleiß. Anbieter sind spezialisierte Versicherer wie Domcura, Konceptif oder die VHV.

2. Erweiterte Hausratversicherung Manche Hausratversicherer bieten einen "Vermieter-Baustein" an. Damit ist dein Inventar in vermieteten Objekten mitversichert – allerdings meist nur gegen bestimmte Gefahren wie Feuer, Leitungswasser oder Einbruch.

3. Gewerbliche Inhaltsversicherung Wenn du mehrere Objekte vermietest, kann eine gewerbliche Inhaltsversicherung sinnvoll sein. Sie funktioniert wie eine Hausratversicherung für Gewerberäume und deckt das Inventar in allen deinen Objekten ab.

Versicherungstyp Schutz Kosten/Jahr Für wen geeignet
Inventarversicherung Umfassend 200-800€ Einzelobjekt, hochwertig
Erweiterte Hausrat Basis-Gefahren 50-200€ Einzelobjekt, günstig
Gewerbliche Inhalts Umfassend 300-1500€ Mehrere Objekte

Die Inventarversicherung ist meist die beste Wahl. Sie deckt nicht nur Schäden ab, sondern oft auch Verschleiß und Abnutzung. Manche Tarife ersetzen sogar gestohlene Gegenstände ohne Nachweis eines Einbruchs – wichtig bei WG-Vermietungen mit wechselnden Bewohnern.

Tipp
Achte auf die Deckungssumme. Sie sollte mindestens 120% deines aktuellen Inventarwerts betragen – für Preissteigerungen und Neuanschaffungen.

Was ist versichert?

  • Möbel (Sofas, Betten, Schränke, Tische)
  • Elektrogeräte (TV, Kühlschrank, Waschmaschine)
  • Haushaltsgeräte (Staubsauger, Bügeleisen, Kaffeemaschine)
  • Textilien (Vorhänge, Bettwäsche, Handtücher)
  • Geschirr und Besteck
  • Dekorationsgegenstände

Was ist oft NICHT versichert?

  • Bargeld und Schmuck
  • Daten auf Computern/Festplatten
  • Schäden durch Haustiere des Vermieters
  • Vorsätzliche Beschädigung durch den Vermieter
  • Schäden durch Krieg oder Kernenergie

Verschleiß vs. Beschädigung: Der feine Unterschied

Das ist der Knackpunkt bei möblierten Vermietungen: Was ist normaler Verschleiß, was ist Beschädigung? Die Abgrenzung entscheidet darüber, wer zahlt – du, der Mieter oder die Versicherung.

Normaler Verschleiß ist alles, was bei bestimmungsgemäßer Nutzung über die Zeit passiert. Dafür kann der Mieter nicht belangt werden. Beispiele:

  • Sofa wird nach 3-4 Jahren durchgesessen
  • Teppich bekommt Laufspuren
  • Farbe blättert von Möbeln ab
  • Elektrogeräte gehen kaputt (altersbedingt)
  • Matratze verliert Härte
  • Parkett bekommt kleine Kratzer

Beschädigung liegt vor, wenn der Mieter unsachgemäß mit dem Inventar umgeht oder nicht aufpasst. Dafür haftet er – zumindest teilweise. Beispiele:

  • Brandlöcher in Sofa oder Teppich
  • Tiefe Kratzer in Tischplatte
  • Zerbrochenes Geschirr
  • Defekte durch Überspannung (falsches Stromkabel)
  • Flecken, die nicht mehr rausgehen
  • Beschädigungen durch nicht genehmigte Haustiere

Die Grauzone dazwischen sorgt für Streit. Ein Beispiel: Der Mieter stellt einen heißen Topf auf den Holztisch, es entsteht ein weißer Fleck. Normale Abnutzung oder Fahrlässigkeit? Rechtlich ist das Fahrlässigkeit – aber beweisen musst du es.

Achtung
Auch bei Beschädigungen kann der Mieter nur für den Zeitwert haftbar gemacht werden, nicht für den Neuwert. Ein 5 Jahre alter Kühlschrank ist halt nur noch 300 statt 800 Euro wert.

Faustregel für Verschleiß:

  • Möbel: 10-15 Jahre Nutzungsdauer
  • Elektrogeräte: 8-12 Jahre
  • Textilien: 3-8 Jahre
  • Geschirr: 5-10 Jahre
  • Teppiche: 8-12 Jahre

Bei der Zeitwertberechnung wird linear abgeschrieben. Ein Sofa für 2.000 Euro mit 10 Jahren Nutzungsdauer verliert jedes Jahr 200 Euro an Wert. Nach 5 Jahren ist es noch 1.000 Euro wert.

Manche Inventarversicherungen zahlen auch bei normalem Verschleiß – das ist dann aber teurer. Andere ersetzen nur den Zeitwert, wieder andere den Neuwert. Lies das Kleingedruckte!

Dokumentation ist alles: So machst du es richtig

Ohne ordentliche Dokumentation stehst du bei Schäden oder Streitigkeiten mit leeren Händen da. Egal ob Versicherungsfall oder Mieterwechsel – du musst beweisen können, was wann in welchem Zustand in der Wohnung war.

Das gehört in deine Inventarliste:

  • Detaillierte Beschreibung jedes Gegenstands
  • Marke, Modell, Farbe, Größe
  • Anschaffungsdatum und Kaufpreis
  • Aktueller Zeitwert
  • Fotos aus verschiedenen Winkeln
  • Vorhandene Schäden oder Gebrauchsspuren
  • Seriennummern bei Elektrogeräten

Klingt aufwendig? Ist es auch. Aber diese Arbeit zahlt sich aus. Bei einem Wasserschaden kannst du der Versicherung genau sagen, was kaputt ist und was es gekostet hat. Bei Mieterwechsel siehst du sofort, was beschädigt wurde.

Tipp
Mach die Inventur mit dem Mieter zusammen beim Ein- und Auszug. Beide unterschreiben das Protokoll – dann gibt's hinterher keinen Streit.

Technische Hilfsmittel:

  • Apps wie "Home Contents" oder "Inventar Manager"
  • Cloud-Speicher für Fotos (automatisches Backup)
  • QR-Codes auf Gegenständen mit Link zur Detail-Info
  • 360°-Kameras für Rundumaufnahmen der Räume

Die Fotos sollten hochauflösend sein und Details zeigen. Ein unscharfes Handy-Foto vom ganzen Zimmer hilft dir nicht weiter. Besser: Nahaufnahmen von jedem Gegenstand, vorhandene Kratzer oder Flecken deutlich sichtbar.

Wann dokumentieren?

  • Vor der ersten Vermietung (Neuzustand)
  • Bei jedem Mieterwechsel (Übergabe/Rückgabe)
  • Nach Reparaturen oder Neuanschaffungen
  • Bei erkennbaren Schäden (auch während der Mietzeit)
  • Mindestens einmal pro Jahr (Routine-Check)

Ein praktisches Vorgehen: Teile die Wohnung in Bereiche auf (Küche, Bad, Wohnzimmer etc.) und arbeite systematisch jeden Raum ab. Pro Gegenstand 2-3 Minuten Zeit einplanen – das sind bei 50 Inventar-Posten etwa 2-3 Stunden Arbeit.

Gegenstand Marke/Modell Anschaffung Kaufpreis Zeitwert Zustand
Sofa 3-Sitzer IKEA Kivik beige 03/2020 899€ 600€ Guter Zustand, kleine Flecken links
Kühlschrank Bosch KGE49VI4A 01/2019 1.299€ 800€ Sehr gut, keine Mängel
Esstisch Massivholz Eiche 05/2018 1.200€ 650€ Wasserfleck rechts oben

Vertragsklauseln: Was geht, was nicht?

Im Mietvertrag für möblierte Wohnungen solltest du die Spielregeln für das Inventar klar definieren. Aber Vorsicht: Nicht alle Klauseln sind wirksam. Mieterfreundliche Gerichte kippen regelmäßig übertriebene Vereinbarungen.

Wirksame Klauseln:

  • "Der Mieter behandelt das Inventar pfleglich und meldet Schäden unverzüglich."
  • "Für Schäden durch grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz haftet der Mieter."
  • "Bei Auszug wird das Inventar gemeinsam überprüft und protokolliert."
  • "Der Mieter sorgt für angemessene Lüftung und Heizung zum Schutz vor Schimmel."

Unwirksame/problematische Klauseln:

  • "Der Mieter haftet für alle Schäden am Inventar" (zu pauschal)
  • "Normale Abnutzung geht zu Lasten des Mieters" (gesetzeswidrig)
  • "Bei Verlust wird der Neuwert ersetzt" (meist zu streng)
  • "Kaution wird automatisch für Inventarschäden verwendet" (ohne Prüfung unwirksam)
Achtung
Eine zu hohe Kaution macht den ganzen Mietvertrag angreifbar. Bei möblierten Wohnungen sind bis zu 3 Nettokaltmieten erlaubt – aber das muss verhältnismäßig sein.

Sinnvolle Regelungen im Detail:

Inventarliste: "Die beigefügte Inventarliste ist Vertragsbestandteil. Änderungen bedürfen der Schriftform."

Schadensmeldung: "Schäden am Inventar sind dem Vermieter innerhalb von 3 Tagen zu melden. Bei verspäteter Meldung kann der Mieter haftbar gemacht werden."

Haustierhaltung: "Haustiere sind nur mit schriftlicher Genehmigung erlaubt. Der Mieter haftet für alle durch Tiere verursachten Schäden."

Reparaturen: "Kleinreparaturen bis 100€ pro Einzelfall und 300€ pro Jahr übernimmt der Mieter. Größere Reparaturen sind unverzüglich zu melden."

Ein wichtiger Punkt: Vereinbare, wer für welche Versicherungen zuständig ist. Du als Vermieter sicherst das Inventar ab, der Mieter seine eigenen Sachen über die Hausratversicherung. Das sollte im Vertrag stehen.

Bei Streitigkeiten hilft oft ein Sachverständiger. Die Kosten dafür – 300 bis 800 Euro – können je nach Vereinbarung aufgeteilt oder der "verlierenden" Partei auferlegt werden.

Kosten und Anbieter: Was kostet der Schutz?

Die Kosten für eine Inventarversicherung hängen von vielen Faktoren ab: Inventarwert, Objektlage, Mietertyp, gewünschter Schutz. Hier konkrete Zahlen für verschiedene Szenarien:

Kleine möblierte Wohnung (Inventar: 10.000€):

  • Basis-Schutz: 120-200€ pro Jahr
  • Vollschutz mit Verschleiß: 250-400€ pro Jahr
  • Premium mit Neuwerterstattung: 350-600€ pro Jahr

Hochwertige Ausstattung (Inventar: 25.000€):

  • Basis-Schutz: 300-500€ pro Jahr
  • Vollschutz: 600-1.000€ pro Jahr
  • Premium: 800-1.400€ pro Jahr

Mehrere Objekte (Inventar: 50.000€):

  • Gewerbliche Lösung: 800-1.800€ pro Jahr
  • Mengenrabatt ab 3 Objekten: 15-25%
Anbieter Zielgruppe Besonderheiten Kosten (geschätzt)
VHV Private Vermieter Auch Verschleißschutz 2,5-4% des Inventarwerts
Domcura Gewerbliche Vermieter Spezial-Deckungen 2-3,5%
Konceptif Ferienwohnungen Saisonale Anpassung 3-5%
Gothaer Kleine Vermieter Einfache Abwicklung 2,5-4,5%
Tipp
Viele Versicherer bieten Kombi-Pakete an: Inventar + Mietausfall + Rechtsschutz für Vermieter. Das ist oft günstiger als Einzelversicherungen.

Faktoren, die den Preis beeinflussen:

  • Objektlage: Schlechte Gegend = höheres Einbruchsrisiko = teurerer Beitrag
  • Mietertyp: Studenten-WGs sind teurer als Businesswohnungen
  • Selbstbeteiligung: 250€ SB senkt den Beitrag um 15-25%
  • Sicherheitsausstattung: Alarmanlagen, Sicherheitsschlösser bringen Rabatt
  • Objektanzahl: Ab 3 Objekten gibt's meist Mengenrabatt

Was lohnt sich? Bei Inventar unter 5.000€ ist eine spezielle Versicherung oft überteuert. Hier reicht meist eine erweiterte Hausratversicherung mit Vermieter-Baustein für 50-100€ pro Jahr.

Ab 10.000€ Inventarwert wird's interessant. Bei hochwertiger Ausstattung (25.000€+) ist die Vollkasko-Lösung praktisch Pflicht – ein einziger Wasserschaden kann sonst das ganze Investment vernichten.

Rechenbeispiel: Du vermietest eine möblierte 2-Zimmer-Wohnung mit 15.000€ Inventar für 1.200€ Warmmiete (300€ Möblierungszuschlag). Die Versicherung kostet 400€ pro Jahr. Das sind umgerechnet 33€ pro Monat – etwa 10% des Möblierungszuschlags. Das sollte drin sein für die Sicherheit.

Praktische Tipps für Vermieter

Nach Jahren der Erfahrung mit möblierten Vermietungen haben sich einige Tricks bewährt, die dir Ärger und Geld sparen:

1. Auf Qualität setzen, aber nicht übertreiben Kaufe solide Möbel der mittleren Preisklasse. IKEA-Zeug geht schnell kaputt, Designer-Möbel sind zu teuer für den Verschleiß. Ideal: Möbelhäuser wie Höffner, Poco oder XXXLutz. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Ersatzteile verfügbar.

2. Dunkle Farben wählen Helle Sofas und Teppiche sehen nach 6 Monaten aus wie Sau. Setz auf dunkle, schmutzunempfindliche Farben und Materialien. Braun, Grau, Anthrazit – langweilig, aber praktisch.

3. Waschbare Bezüge verwenden Sofas mit abnehmbaren, waschbaren Bezügen sind Gold wert. Gleiches gilt für Vorhänge und Kissen. Mikrofaser ist pflegeleichter als Baumwolle.

4. Elektrogeräte mit Garantie Bei Kühlschrank, Waschmaschine & Co. lohnt sich die Garantieverlängerung. 5 Jahre Garantie für 100€ Aufpreis können dir später 1.000€ Reparaturkosten sparen.

5. Nicht zu viel reinstellen Weniger ist mehr. Jeder zusätzliche Gegenstand ist ein zusätzliches Risiko. Konzentriere dich auf das Nötige: Bett, Schrank, Tisch, Stühle, Sofa, Grundausstattung Küche. Schnickschnack wie Vasen oder Dekoration lässt du besser weg.

Tipp
Führe ein "Reparatur-Budget" von 500-1.000€ pro Jahr und Objekt. Kleine Schäden sofort reparieren lassen – sonst werden aus 50€ schnell 500€.

6. Regelmäßige Begehungen Schau alle 6 Monate nach dem Rechten. Nicht um den Mieter zu kontrollieren, sondern um Schäden früh zu erkennen. Ein undichtes Fenster oder eine tropfende Armatur können massive Folgeschäden verursachen.

7. Gute Mieter belohnen Mieter, die pfleglich mit dem Inventar umgehen, solltest du halten. Kleinere Reparaturen auf deine Kosten, kulanter Umgang bei normaler Abnutzung – das zahlt sich langfristig aus.

Checkliste für neue Objekte:

  • Inventarliste mit Fotos erstellen
  • Versicherung abschließen (vor Schlüsselübergabe!)
  • Mietvertrag mit Inventar-Klauseln
  • Übergabeprotokoll vorbereiten
  • Kontakt zu lokalem Handwerker etablieren
  • Budget für laufende Reparaturen einplanen
  • Backup-Plan für größere Schäden

Häufige Fragen zur möblierten Vermietung

Kann ich möblierte Objekte über meine normale Hausratversicherung absichern? Nein, das funktioniert nicht. Deine Hausratversicherung deckt nur Gegenstände in deinem eigenen Haushalt ab. Möbel in vermieteten Wohnungen sind ausgeschlossen. Du brauchst eine spezielle Inventarversicherung für Vermieter.

Muss der Mieter eine Hausratversicherung haben? Rechtlich nicht, aber es ist sinnvoll. Die Hausratversicherung des Mieters schützt seine eigenen Sachen und kann auch dein Inventar abdecken, wenn er es beschädigt. Viele Vermieter machen eine Hausratversicherung zur Mietvertragsbedingung.

Was passiert bei einem Totalschaden durch Brand oder Wasser? Hier greift deine Inventarversicherung – wenn du eine hast. Ohne Versicherung bleibst du auf dem Schaden sitzen. Die Wohngebäudeversicherung zahlt nur für Schäden am Gebäude selbst, nicht für das Inventar. Ein Brand kann schnell 20.000€ oder mehr an Inventarschäden verursachen.

Wie läuft die Schadensregulierung ab? Du meldest den Schaden der Versicherung, die schickt einen Gutachter vorbei. Der prüft, was kaputt ist und was es wert war. Bei kleineren Schäden reichen oft Fotos und Rechnungen. Die Auszahlung erfolgt meist innerhalb von 2-4 Wochen nach Schadensaufnahme.

Kann ich Verschleiß vom Mieter ersetzt verlangen? Nein, normaler Verschleiß ist dein unternehmerisches Risiko als Vermieter. Du kannst nur Schäden durch grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz vom Mieter ersetzt verlangen. Manche Inventarversicherungen zahlen aber auch bei normalem Verschleiß – das kostet dann entsprechend mehr.

Lohnt sich eine Inventarversicherung auch bei günstiger Ausstattung? Das kommt drauf an. Bei Inventar unter 5.000€ ist die Vollkasko-Versicherung oft zu teuer. Hier reicht meist eine erweiterte Hausratversicherung mit Vermieter-Baustein. Ab 10.000€ Inventarwert wird die spezielle Versicherung interessant.

Fazit: Schutz ist günstiger als Totalverlust

Möblierte Vermietung ist ein einträgliches Geschäft – aber nur wenn du die Risiken im Griff hast. Ein unversicherter Wasserschaden oder Einbruch kann schnell 10.000€ oder mehr kosten. Dagegen ist eine Inventarversicherung für 300-800€ pro Jahr ein Schnäppchen.

Die wichtigsten Punkte nochmal zusammengefasst: Dokumentiere dein Inventar penibel, schließe eine passende Versicherung ab und regel die Haftung klar im Mietvertrag. Mit dieser Basis kannst du entspannt möbliert vermieten.

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