Wohngebäudeversicherung: Alles, was du als Hausbesitzer wissen musst

Wohngebäudeversicherung vergleichen & sparen. Was sie kostet, was sie abdeckt und wo die Fallen lauern – einfach erklärt.

28 Min. Lesezeit
Wohngebäudeversicherung: Alles, was du als Hausbesitzer wissen musst

Wohngebäudeversicherung: Alles, was du als Hausbesitzer wissen musst

Stell dir vor: Du kommst nach dem Urlaub nach Hause und findest dein Haus unter Wasser. Ein Rohrbruch hat zwei Wochen lang unbemerkt gewütet. Laminat aufgequollen, Wände durchfeuchtet, Elektrik hinüber. Schaden: 80.000 Euro. Ohne Wohngebäudeversicherung bist du pleite. Mit der richtigen Police bekommst du jeden Cent erstattet.

Genau um solche Horrorszenarien geht es bei der Wohngebäudeversicherung. Sie ist der wichtigste Schutz für Hausbesitzer – und trotzdem verstehen viele nicht, was sie abdeckt und was nicht. Das ändern wir jetzt.

In diesem Guide erfährst du alles, was du über die Wohngebäudeversicherung wissen musst. Welche Schäden sie zahlt (und welche nicht), was sie kostet, worauf du beim Vergleich achten solltest und wie du die häufigsten Fehler vermeidest. Nach 10 Minuten Lesen weißt du mehr als 90% aller Hausbesitzer.

Warum ist das Thema gerade jetzt so wichtig? Die Klimakrise macht Extremwetter häufiger. Starkregen, Stürme und Hagel nehmen zu. Gleichzeitig steigen die Baukosten – ein Schaden wird teurer. Viele Policen sind hoffnungslos veraltet und decken nicht mehr alle Risiken ab. Zeit, das zu ändern.

Was ist eine Wohngebäudeversicherung? Die Basics

Eine Wohngebäudeversicherung ist wie ein Rundumschutz für dein Haus. Sie zahlt, wenn das Gebäude durch versicherte Gefahren beschädigt wird. Das Wichtige: Sie versichert nur das Gebäude selbst – nicht deinen Hausrat drinnen. Dafür brauchst du eine extra Hausratversicherung.

Versichert ist alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist. Die Wände, das Dach, Fenster, Türen, die Heizung, sanitäre Anlagen, fest eingebaute Küchen und sogar der Wintergarten. Auch Nebengebäude wie Garagen oder Gartenhäuser sind meist mit dabei – sofern sie auf deinem Grundstück stehen.

Die Wohngebäudeversicherung ist keine Pflicht – im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht. Aber sie ist praktisch unverzichtbar. Warum? Weil du als Hausbesitzer mit deinem kompletten Vermögen haftest, wenn das Haus abbrennt oder einstürzt. Ohne Versicherung kann dich ein einziger Schaden finanziell ruinieren.

Rechtlich ist die Wohngebäudeversicherung im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geregelt. Die meisten Versicherer arbeiten mit den "Allgemeinen Wohngebäude-Versicherungsbedingungen" (AWB 2010). Diese standardisierten Bedingungen sorgen dafür, dass die Grundleistungen bei allen Anbietern ähnlich sind.

Tipp
Auch wenn die Versicherung nicht vorgeschrieben ist, verlangen Banken sie fast immer, wenn du einen Baukredit aufnimmst. Ohne Police gibt's kein Geld für den Hauskauf.

Ein wichtiger Punkt: Die Wohngebäudeversicherung gehört immer dem Eigentümer des Hauses. Als Mieter brauchst du sie nicht – das ist Sache deines Vermieters. Umgekehrt bedeutet das: Verkaufst du dein Haus, geht die Versicherung automatisch auf den neuen Besitzer über. Der kann sie dann kündigen oder weiterführen.

Die Versicherung unterscheidet zwischen verschiedenen Gefahren: den Grundgefahren (Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel) und erweiterten Gefahren wie Elementarschäden. Letztere musst du extra dazu buchen – aber dazu später mehr.

Was ist versichert – und was definitiv NICHT?

Hier wird's konkret: Was zahlt deine Wohngebäudeversicherung und wo stehst du im Regen? Die Antwort ist komplizierter, als du denkst. Fangen wir mit den guten Nachrichten an.

Das ist versichert: Die Grundgefahren

Feuer ist der Klassiker. Dein Haus brennt ab, die Versicherung zahlt. Dazu gehören auch Explosionen, Blitzschlag und Überspannungsschäden durch Gewitter. Selbst wenn nur der Fernseher durchbrennt, weil der Blitz in die Leitung eingeschlagen hat, bekommst du Geld.

Leitungswasser ist die zweithäufigste Schadensursache. Ein Rohr platzt, die Waschmaschine läuft aus, die Heizung wird undicht – alles versichert. Auch Frostschäden an Rohren sind dabei, sofern du das Haus normal beheizt hast.

Sturm und Hagel gehören ebenfalls zu den Grundgefahren. Aber Achtung: Sturm ist erst ab Windstärke 8 versichert (mehr als 62 km/h). Ein starker Wind, der nur einzelne Ziegel lockert, reicht nicht. Bei Hagel gibt's diese Grenze nicht – jeder Hagelschaden wird ersetzt.

Das ist NICHT versichert: Hier zahlst du selbst

Elementarschäden sind der große Knackpunkt. Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch, Erdbeben – nichts davon ist in der Grundversicherung drin. Du musst Elementarversicherung extra dazu buchen. Und das solltest du auch, denn Klimawandel macht solche Schäden häufiger.

Schäden durch grobe Fahrlässigkeit waren lange Zeit ein Problem. Hast du vergessen, das Wasser abzustellen und die Wohnung steht unter Wasser, zahlte die Versicherung früher nichts. Heute ist das besser geregelt – aber lies das Kleingedruckte.

Krieg, Vandalismus und normale Abnutzung sind nie versichert. Wenn dein 40 Jahre altes Dach einfach so undicht wird, ist das dein Problem. Die Versicherung zahlt nur bei plötzlichen, unvorhergesehenen Schäden.

Achtung
Stehendes Gewässer ist tückisch. Wenn Regen nicht abfließt und in den Keller drückt, ist das oft kein "normaler" Leitungswasserschaden. Ohne Elementarschutz bleibst du darauf sitzen.

Die Leistungsübersicht im Detail

Schadensart Grundversicherung Elementarschutz nötig Häufigkeit
Brand/Explosion ✅ Ja ❌ Nein 15% aller Schäden
Leitungswasser ✅ Ja ❌ Nein 50% aller Schäden
Sturm/Hagel ✅ Ja ❌ Nein 25% aller Schäden
Überschwemmung ❌ Nein ✅ Ja 5% aller Schäden
Starkregen ❌ Nein ✅ Ja 8% aller Schäden
Erdrutsch ❌ Nein ✅ Ja 1% aller Schäden
Vandalismus ❌ Nein ❌ Nie 2% aller Schäden

Die Zahlen zeigen: 90% aller Gebäudeschäden sind durch die Grundversicherung abgedeckt. Trotzdem solltest du über Elementarschutz nachdenken – diese 10% können richtig teuer werden.

Besondere Fälle: Photovoltaikanlagen sind meist mitversichert, wenn sie fest montiert sind. Swimmingpools im Garten auch, sofern sie fest installiert sind. Mobile Anlagen oder aufblasbare Pools fallen raus.

Ein Praxisbeispiel: Familie Müller hat einen Wasserschaden. Das Badezimmer-Rohr platzt nachts, das Wasser läuft bis zum Morgen. Parkett ruiniert, Wände durchfeuchtet, Gipskarton muss raus. Gesamtschaden: 25.000 Euro. Die Wohngebäudeversicherung zahlt alles – bis auf die vereinbarte Selbstbeteiligung von 500 Euro.

Anders bei Familie Schmidt: Nach einem Unwetter drückt Regenwasser durch die Kellerfenster. 15.000 Euro Schaden. Ohne Elementarversicherung zahlt die normale Wohngebäudeversicherung keinen Cent. Mit Elementarschutz wären 14.500 Euro erstattet worden (minus 500 Euro Selbstbeteiligung).

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Was kostet eine Wohngebäudeversicherung? Der Preis-Check

Hier die Frage aller Fragen: Was zahlst du für eine Wohngebäudeversicherung? Die Antwort ist kompliziert, weil der Preis von vielen Faktoren abhängt. Aber keine Sorge – nach diesem Abschnitt weißt du genau, womit du rechnen musst.

Die Kostenfaktoren im Detail

Wohnfläche ist der wichtigste Faktor. Versicherer rechnen pro Quadratmeter – aktuell zwischen 1,50 und 4,50 Euro bei Standardhäusern. Ein 150-m²-Haus landet damit bei 225 bis 675 Euro Jahresprämie. Aber das ist nur der Ausgangspunkt.

Baujahr macht einen Riesen-Unterschied. Häuser vor 1950 haben oft alte Wasserleitungen aus Stahl oder sogar Blei. Die werden spröde und platzen häufiger. Versicherer wissen das und verlangen 20-40% Aufschlag. Ein Vorkriegshaus zahlt also schnell 300 Euro mehr als ein Neubau aus 2010.

Bauart spielt eine große Rolle. Ein massives Steinhaus ist günstiger zu versichern als ein Fachwerkhaus oder ein Holzhaus. Warum? Geringeres Brandrisiko, weniger Sturmschäden. Fertighäuser liegen preislich dazwischen – moderne sind fast so günstig wie Massivbauten.

Die Region ist der dritte große Hebel. In München oder Hamburg zahlst du das Doppelte wie im ländlichen Brandenburg. Die Gründe: höhere Handwerkerkosten, mehr Schäden durch Dichte, teurere Grundstücke. Ein Dachdecker in München nimmt 85 Euro die Stunde, in Magdeburg 55 Euro.

Beispielpreise nach Haustyp

Haustyp Größe Baujahr Region Jahresprämie
Reihenhaus 120 m² 1985 Köln 380-520 Euro
Einfamilienhaus 150 m² 2005 München 450-680 Euro
Einfamilienhaus 150 m² 2005 Rostock 240-380 Euro
Villa 300 m² 1995 Hamburg 850-1.200 Euro
Altbau 180 m² 1925 Berlin 520-780 Euro
Fertighaus 140 m² 2010 Stuttgart 350-480 Euro

Die Spanne ist groß, weil auch der Tarif eine Rolle spielt. Basistarife sind 30-40% günstiger als Premiumschutz – haben aber auch weniger Leistungen.

So sparst du richtig Geld

Selbstbeteiligung erhöhen ist der einfachste Weg. Statt 150 Euro nimmst du 500 oder 1.000 Euro Selbstbehalt. Das reduziert die Prämie um 15-25%. Rechnet sich, wenn du nur größere Schäden melden willst.

Sicherheitstechnik wird belohnt. Rauchmelder, Einbruchsalarm, Überwachungskameras – viele Versicherer geben 5-15% Rabatt. Besonders effektiv: zertifizierte Alarmanlagen mit Aufschaltung auf eine Notrufzentrale.

Zahlweise macht einen Unterschied. Jahresbeitrag statt Monatsraten spart 3-8%. Bei 400 Euro Jahresprämie sind das 12-32 Euro geschenkt.

Tipp
Bündelrabatte nutzen! Wenn du Wohngebäude- und Hausratversicherung beim gleichen Anbieter abschließt, gibt's oft 10-20% Nachlass.

Schadenfreiheit wird belohnt wie bei der Autoversicherung. Wer jahrelang keine Schäden meldet, bekommt Beitragsnachlässe. Nach 5 schadenfreien Jahren sind 15-25% Rabatt drin.

Was bedeutet "zu günstig"?

Vorsicht bei Kampfpreisen unter 1,50 Euro pro Quadratmeter. Oft verstecken sich dahinter schlechte Bedingungen: niedrige Versicherungssummen, hohe Selbstbeteiligungen oder Ausschlüsse bei grober Fahrlässigkeit. Im Schadensfall ist das teuer.

Ein Realitätscheck: Eine seriöse Wohngebäudeversicherung für ein 150-m²-Standardhaus sollte zwischen 250 und 500 Euro kosten – je nach Region und Ausstattung. Alles deutlich darunter ist verdächtig, alles deutlich darüber überteuert.

Rechenbeispiel für Familie Meier: Einfamilienhaus, 160 m², Baujahr 1995, Hannover. Normaler Tarif: 420 Euro. Mit 1.000 Euro Selbstbeteiligung, Sicherheitstechnik und Jahresweise: 285 Euro. Ersparnis: 135 Euro oder 32%.

Basis, Komfort oder Premium? Welcher Tarif passt zu dir

Die meisten Versicherer bieten drei Tarifstufen an: Basis, Komfort und Premium. Der Unterschied liegt nicht nur im Preis, sondern auch in den Leistungen. Welcher Tarif der richtige für dich ist, hängt von deiner Situation ab.

Basistarif: Das Nötigste für Sparfüchse

Der Basistarif deckt die Grundgefahren ab – mehr nicht. Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel sind versichert, Elementarschäden meist nicht. Die Versicherungssumme wird oft nach dem Wert 1914 berechnet – einem veralteten System, das zu Unterversicherung führen kann.

Typische Leistungen im Basistarif:

  • Grundgefahren versichert
  • Versicherungssumme nach Wert 1914
  • Selbstbeteiligung 500-1.000 Euro
  • Grobe Fahrlässigkeit nur teilweise mitversichert
  • Keine Elementarschäden
  • Aufräumkosten bis 10% der Versicherungssumme

Für wen passt das? Hausbesitzer mit knapper Kasse, die in risikoarmen Gebieten wohnen. Wenn dein Haus nicht in einem Überschwemmungsgebiet steht und du jeden Euro zweimal umdrehst, kann der Basistarif okay sein.

Komforttarif: Der Allrounder für die meisten

Der Komforttarif ist der Mittelweg – und für die meisten Hausbesitzer die beste Wahl. Er bietet deutlich mehr Leistungen als der Basistarif, kostet aber nicht so viel wie der Premium-Schutz.

Typische Leistungen im Komforttarif:

  • Grundgefahren und viele Zusatzrisiken
  • Versicherungssumme nach Neuwert oder gleitender Neuwertfaktor
  • Selbstbeteiligung 250-500 Euro
  • Grobe Fahrlässigkeit voll mitversichert
  • Elementarschäden optional zubuchbar
  • Aufräumkosten bis 20-30% der Versicherungssumme
  • Mietausfallentschädigung bei Eigentümernutzung
  • Überspannungsschäden durch Blitz

Für wen passt das? Für 80% aller Hausbesitzer. Du bekommst solide Leistungen zu einem fairen Preis. Besonders wichtig: Die bessere Absicherung bei grober Fahrlässigkeit.

Premiumtarif: Rundum-sorglos-Paket

Der Premiumtarif bietet den besten Schutz – hat aber auch seinen Preis. Er kostet 40-60% mehr als der Komforttarif, bietet dafür aber auch Leistungen, die andere nicht haben.

Typische Leistungen im Premiumtarif:

  • Alle Gefahren der unteren Tarife plus Zusatzschutz
  • Garantierte Summenanpassung ohne Mehrprämie
  • Elementarschäden oft schon inklusive
  • Selbstbeteiligung ab 150 Euro oder ganz ohne
  • Erweiterte grobe Fahrlässigkeit
  • Aufräumkosten bis 50% der Versicherungssumme
  • Hotelkosten bei unbewohnbarem Haus
  • Sicherheitstechnik-Bonus
  • Wertsteigerungen automatisch mitversichert

Für wen passt das? Hausbesitzer mit höherem Einkommen, die maximalen Schutz wollen. Besonders sinnvoll bei teuren Häusern oder wenn du in einem Risikogebiet wohnst.

Vergleichstabelle: Was bekommst du für dein Geld?

Leistung Basis Komfort Premium
Grundgefahren
Elementarschäden 💰 Optional ✅ Oft inklusive
Grobe Fahrlässigkeit ⚠️ Teilweise ✅ Voll ✅ Erweitert
Selbstbeteiligung 500-1.000 € 250-500 € 0-250 €
Aufräumkosten 10% 20-30% 50%
Neuwertentschädigung ⚠️ Nach Wert 1914 ✅ Plus
Preis (150m² Haus) 200-300 € 300-450 € 450-650 €

Meine klare Empfehlung

Für die meisten Hausbesitzer ist der Komforttarif die beste Wahl. Du bekommst solide Leistungen, ohne zu viel zu bezahlen. Der Basistarif ist nur dann sinnvoll, wenn du wirklich jeden Euro sparen musst und in einem risikoarmen Gebiet wohnst.

Den Premiumtarif brauchst du nur, wenn du ein sehr teures Haus besitzt, in einem Risikogebiet wohnst oder einfach den maximalen Schutz willst. Für ein normales Einfamilienhaus ist er überdimensioniert.

Tipp
Viele Versicherer erlauben es, den Tarif später hochzustufen. Du kannst also mit dem Komforttarif starten und bei Bedarf upgraden.

Ein wichtiger Punkt: Lass dich nicht von günstigen Einstiegspreisen locken. Viele Versicherer bieten im ersten Jahr Rabatte, die dann wegfallen. Achte immer auf den Folgebeitrag ab dem zweiten Jahr.

Die 7 größten Fehler bei der Wohngebäudeversicherung

Hier wird's ernst: Diese Fehler machen fast alle – und sie können richtig teuer werden. Ich erkläre dir die häufigsten Fallen und wie du sie vermeidest.

Fehler 1: Unterversicherung durch falschen Wert

Das ist der Killer-Fehler schlechthin. Viele Hausbesitzer versichern ihr Haus für einen zu niedrigen Wert. Folge: Im Schadensfall gibt's nur einen Teil des Geldes. Die Versicherer kürzen nach der Verhältnisregel.

Beispiel: Dein Haus ist 500.000 Euro wert, du versicherst es aber nur für 400.000 Euro. Bei einem 100.000-Euro-Schaden bekommst du nur 80.000 Euro (400.000 ÷ 500.000 × 100.000).

So vermeidest du das: Verwende den gleitenden Neuwertfaktor statt dem veralteten Wert 1914. Oder lass den Versicherungswert alle 3-5 Jahre professionell ermitteln.

Fehler 2: Elementarversicherung unterschätzen

"Hochwasser? Passiert mir nicht!" – das denken viele, bis es zu spät ist. Durch den Klimawandel werden Extremwetter häufiger. Auch Gebiete, die früher sicher waren, sind heute bedroht.

Das Problem: Elementarschäden sind teuer. Ein Keller voller Wasser kann schnell 30.000-50.000 Euro kosten. Ohne Elementarversicherung bleibst du darauf sitzen.

So vermeidest du das: Prüfe dein Risiko realistisch. Auch wenn du nicht direkt am Fluss wohnst, können Starkregen und Rückstau gefährlich werden. Die paar Euro mehr für Elementarschutz sind gut investiert.

Fehler 3: Grobe Fahrlässigkeit ignorieren

Früher war das ein echtes Problem: Hast du grob fahrlässig gehandelt, zahlte die Versicherung nichts. Heute ist das besser, aber längst nicht bei allen Tarifen.

Typische Fälle: Du vergisst bei Frost, das Wasser abzustellen. Die Rohre platzen. Oder du lässt eine Kerze brennen und gehst weg – das Haus brennt ab. Ohne Schutz bei grober Fahrlässigkeit stehst du dumm da.

So vermeidest du das: Achte darauf, dass grobe Fahrlässigkeit mindestens teilweise mitversichert ist. Im Komfort- oder Premiumtarif ist das meist der Fall.

Achtung
"Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit" bedeutet nicht, dass du machen kannst, was du willst. Bei vorsätzlichen Schäden oder extremer Fahrlässigkeit zahlt trotzdem keine Versicherung.

Fehler 4: Nebengebäude vergessen

Garage, Carport, Gartenhaus, Schuppen – viele vergessen, dass diese extra versichert werden müssen oder nur bis zu einem bestimmten Wert automatisch mit dabei sind.

Das Problem: Standard-Policen versichern Nebengebäude oft nur bis 10.000 oder 20.000 Euro. Eine moderne Doppelgarage kostet aber schnell 40.000 Euro. Bei einem Brand bekommst du nur die Hälfte ersetzt.

So vermeidest du das: Liste alle Nebengebäude auf und prüfe, ob sie ausreichend versichert sind. Bei teuren Gebäuden musst du die Versicherungssumme erhöhen.

Fehler 5: Falsche Selbstbeteiligung wählen

Viele wählen eine hohe Selbstbeteiligung, um Prämie zu sparen. Das kann nach hinten losgehen, wenn häufiger kleine Schäden auftreten.

Rechenbeispiel: Du wählst 2.000 Euro Selbstbeteiligung statt 500 Euro und sparst 150 Euro im Jahr. Dann hast du zwei Jahre nacheinander einen 1.500-Euro-Schaden. Statt 3.000 Euro zahlst du 4.000 Euro selbst – plus die gesparte Prämie bist du 700 Euro schlechter dran.

So vermeidest du das: Wähle die Selbstbeteiligung so, dass du sie im Notfall problemlos zahlen kannst. 500-1.000 Euro sind für die meisten ein guter Kompromiss.

Fehler 6: Versicherung nicht anpassen

Viele schließen einmal eine Police ab und kümmern sich dann jahrelang nicht mehr drum. Das ist ein Fehler, denn sich Umstände ändern sich.

Typische Änderungen: Du baust an, installierst eine teure Küche, legst einen Pool an oder vermietet Teile des Hauses. All das muss der Versicherung gemeldet werden.

So vermeidest du das: Prüfe deine Police alle 2-3 Jahre. Bei größeren Umbaumaßnahmen melde das sofort der Versicherung.

Fehler 7: Billig-Anbieter ohne Prüfung wählen

Geiz ist geil – aber bei Versicherungen kann das teuer werden. Billig-Anbieter locken mit Kampfpreisen, haben aber oft schlechte Bedingungen oder einen miesen Service.

Das Problem: Im Schadensfall merkst du, was du für das gesparte Geld nicht bekommen hast. Lange Bearbeitungszeiten, kleingedruckte Ausschlüsse, schlechte Gutachter.

So vermeidest du das: Achte nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Bewertungen. Stiftung Warentest und andere Tester bewerten regelmäßig Versicherer.

Tipp
Eine Faustregel: Wer beim Preis 30% unter dem Marktdurchschnitt liegt, spart wahrscheinlich an den Leistungen. Sei skeptisch bei Kampfangeboten.

Diese sieben Fehler kosten deutsche Hausbesitzer jedes Jahr Millionen von Euro. Mit diesem Wissen gehörst du zu den wenigen, die es richtig machen.

So findest du die beste Wohngebäudeversicherung

Jetzt wird's praktisch: Wie findest du aus den hunderten Angeboten die Versicherung, die zu dir passt? Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung machst du alles richtig.

Schritt 1: Deinen Bedarf richtig einschätzen

Bevor du auch nur einen Vergleichsrechner anrührst, musst du wissen, was du brauchst. Mach dir eine ehrliche Bestandsaufnahme:

Haustyp und Wert: Einfamilienhaus, Doppelhaushälfte, Mehrfamilienhaus? Massivbau oder Fertighaus? Schätze den Neuwert realistisch ein – nicht zu niedrig, aber auch nicht übertrieben hoch.

Lage und Risiken: Wohnst du in einem Überschwemmungsgebiet? Ist deine Gegend bekannt für Hagel oder Sturm? Gibt es viele Einbrüche? Diese Faktoren beeinflussen, welche Zusatzbausteine du brauchst.

Budget: Wie viel willst du maximal ausgeben? Als Faustregel gelten 0,2-0,4% des Hauswertes pro Jahr. Bei einem 400.000-Euro-Haus sind das 800-1.600 Euro.

Schritt 2: Vergleichsrechner richtig nutzen

Online-Vergleicher sind ein guter Start, haben aber ihre Tücken. Sie zeigen oft nur einen Teil der verfügbaren Tarife und sind nicht immer neutral.

So gehst du vor:

  1. Nutze mehrere Vergleichsportale – nicht nur eines
  2. Gib alle Daten korrekt ein – sonst sind die Ergebnisse wertlos
  3. Achte nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Bewertungen
  4. Lass dir die Top 3-5 Angebote detailliert anzeigen
Tipp
Nutze unseren Vergleichsrechner für eine erste Orientierung. Er berücksichtigt auch regionale Besonderheiten.

Schritt 3: Die Bedingungen genau prüfen

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Der günstigste Tarif ist selten der beste. Achte auf diese Punkte:

Versicherungssumme: Wird nach Wert 1914 oder Neuwert berechnet? Gibt es einen gleitenden Neuwertfaktor? Das ist wichtig für Unterversicherung.

Elementarschutz: Ist er inklusive oder muss er extra gebucht werden? Was kostet er zusätzlich? In Risikogebieten ist er unverzichtbar.

Selbstbeteiligung: Wie hoch ist sie bei verschiedenen Schadensarten? Manche Versicherer haben unterschiedliche Selbstbeteiligungen für Elementar- und normale Schäden.

Ausschlüsse: Was ist explizit nicht versichert? Besonders bei Billigtarifen stehen hier oft böse Überraschungen.

Schritt 4: Den Service checken

Eine Versicherung ist nur so gut wie ihr Service im Schadensfall. Hier ein paar Kriterien:

Erreichbarkeit: Gibt es eine 24/7-Schadenshotline? Wie schnell wird der Schaden bearbeitet?

Bewertungen: Was sagen andere Kunden über den Schadensservice? Portale wie Trustpilot oder Google Reviews geben Aufschluss.

Finanzstärke: Ist der Versicherer finanziell stabil? Rating-Agenturen wie A.M. Best oder Standard & Poor's bewerten das.

Die wichtigsten Vergleichskriterien

Kriterium Worauf achten Gewichtung
Versicherungssumme Neuwert, gleitender Faktor ⭐⭐⭐
Elementarschutz Inklusive oder zubuchbar ⭐⭐⭐
Grobe Fahrlässigkeit Teilweise oder voll versichert ⭐⭐⭐
Selbstbeteiligung Angemessen für dein Budget ⭐⭐
Preis-Leistung Nicht nur günstig, auch gut ⭐⭐⭐
Service Bewertungen, Erreichbarkeit ⭐⭐
Zusatzleistungen Was brauchst du wirklich?

Schritt 5: Die Entscheidung treffen

Du hast alle Infos gesammelt? Dann entscheide nach diesem Schema:

Safety first: Wähle einen finanziell stabilen Versicherer mit gutem Service. Lieber 50 Euro mehr bezahlen als im Schadensfall Probleme haben.

Leistung vor Preis: Ein mittlerer Tarif mit guten Bedingungen ist besser als ein Billigtarif mit Lücken.

Persönliche Beratung: Bei komplizierteren Fällen (Altbau, Mehrfamilienhaus, besondere Risiken) hole dir professionelle Beratung.

Achtung
Lass dich nicht von Aktionsrabatten locken. Viele Versicherer bieten im ersten Jahr günstige Preise, die dann deutlich steigen.

Schritt 6: Den Vertrag richtig abschließen

Du hast dich entschieden? Dann mach beim Abschluss alles richtig:

Vollständige Angaben: Alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Falschaussagen können den Versicherungsschutz gefährden.

Unterlagen sammeln: Baupläne, Fotos, Rechnungen für Umbauten – alles dokumentieren.

Wartezeiten beachten: Manche Schäden sind erst nach einer Wartezeit versichert. Besonders bei Elementarschäden üblich.

Mit dieser Anleitung findest du garantiert eine gute Wohngebäudeversicherung. Es dauert ein paar Stunden, kann dir aber tausende Euro sparen – oder im Schadensfall sogar die finanzielle Existenz retten.

Elementarversicherung: Der unterschätzte Schutz

Hier ein Thema, das viele verdrängen: Elementarschäden. "Passiert mir nicht" – das sagen alle, bis der Keller unter Wasser steht. Durch den Klimawandel werden Extremwetter häufiger. Höchste Zeit, dass du dich damit beschäftigst.

Was sind Elementarschäden genau?

Elementarschäden sind Naturereignisse, die nicht zu den Grundgefahren gehören. Dazu zählen:

Überschwemmung: Wenn Flüsse oder Seen über die Ufer treten. Aber auch, wenn die Kanalisation nicht mehr mitkommt und das Wasser in den Keller drückt.

Starkregen: Das ist der heimliche Killer. Wenn in kurzer Zeit sehr viel Regen fällt und nicht abfließen kann. Betrifft auch Gebiete weit weg von Gewässern.

Erdrutsch: Besonders in bergigen Gebieten ein Problem. Der Boden rutscht ab und beschädigt oder zerstört das Haus.

Erdbeben: In Deutschland seltener, aber nicht unmöglich. Besonders der Oberrheingraben und die Kölner Bucht sind gefährdet.

Schneelast: Wenn zu viel Schnee auf dem Dach liegt und es einzudrücken droht. Passiert öfter bei Flachdächern.

Lawinen: Nur in Berggebieten relevant, aber dort extrem gefährlich.

Das Tückische: Diese Schäden werden immer häufiger und teurer. Ein vollgelaufener Keller kostet schnell 30.000-50.000 Euro. Neue Heizung, Elektrik, Böden, Wände – alles muss raus und neu rein.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Die Statistiken sind eindeutig: Elementarschäden nehmen zu. Allein 2021 verursachten Hochwasser und Starkregen Schäden von über 8 Milliarden Euro. Tendenz steigend.

Betroffene Gebiete: Früher galten nur Flussnahe Gebiete als gefährdet. Heute kann es überall passieren. Starkregen ist besonders tückisch – der trifft auch Hügel und Berge.

Schadenshöhe: Der durchschnittliche Elementarschaden liegt bei 15.000 Euro. Aber die Spanne ist riesig: Von 1.000 Euro für einen nassen Keller bis zu 200.000 Euro für ein zerstörtes Haus.

Wer braucht Elementarversicherung?

Die kurze Antwort: praktisch jeder. Die längere Antwort hängt von deiner Risikolage ab.

Definitiv brauchst du sie:

  • In Überschwemmungsgebieten (klar)
  • In Hanglage (Erdrutschgefahr)
  • Bei Flachdächern (Schneelast)
  • In Gebieten mit häufigen Starkregen
  • Bei Häusern mit Kellern

Wahrscheinlich brauchst du sie auch:

  • In normalen Wohngebieten (Starkregen kann überall passieren)
  • Bei wertvollen Häusern (hohes Schadensrisiko)
  • Wenn du dir einen großen Schaden finanziell nicht leisten kannst
Tipp
Der Deutsche Wetterdienst hat eine Karte mit Starkregen-Risiken. Schau nach, ob deine Gegend dabei ist.

Was kostet Elementarversicherung?

Die Kosten hängen stark vom Risiko ab. In risikoarmen Gebieten zahlst du 20-50 Euro mehr pro Jahr. In Hochwassergebieten können es 200-500 Euro extra sein.

Beispielpreise (zusätzlich zur normalen Wohngebäudeversicherung):

  • Niedriges Risiko: 30-80 Euro/Jahr
  • Mittleres Risiko: 80-200 Euro/Jahr
  • Hohes Risiko: 200-800 Euro/Jahr
  • Extremes Risiko: oft gar nicht versicherbar

Die Versicherer nutzen Zonierungssysteme (meist ZÜRS Geo). Zone 1 ist niedrigstes Risiko, Zone 4 höchstes. Ab Zone 3 wird's teuer, Zone 4 ist oft nicht mehr versicherbar.

Die Bedingungen im Detail

Elementarversicherung ist nicht gleich Elementarversicherung. Die Bedingungen unterscheiden sich stark:

Wartezeit: Meist 3-6 Monate nach Vertragsabschluss. Du kannst also nicht erst versichern, wenn der Regen schon fällt.

Selbstbeteiligung: Oft höher als bei normalen Schäden. 500-2.500 Euro sind üblich, manchmal auch prozentual (z.B. 10% der Schadensumme).

Ausschlüsse: Grundwasseranstieg ist oft nicht versichert. Auch Schäden durch Erdsenkung oder bergbaubedingte Erschütterungen fallen raus.

Entschädigungsgrenzen: Manche Versicherer begrenzen die Leistung bei Elementarschäden auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme.

Achtung
Einige Versicherer kündigen nach einem Elementarschaden oder erhöhen die Prämie drastisch. Achte auf Kündigungsschutz.

Meine klare Empfehlung

Elementarversicherung ist heute für fast alle Hausbesitzer sinnvoll. Die Kosten sind überschaubar, die Risiken steigen. Besser 100 Euro im Jahr zahlen als 50.000 Euro Schaden selbst tragen.

Ausnahmen: Nur wenn du in einem absolut risikofreien Gebiet wohnst (gibt's praktisch nicht mehr) und dir einen großen Schaden problemlos leisten kannst, verzichtest du darauf.

Timing: Schließe die Elementarversicherung am besten zusammen mit der normalen Wohngebäudeversicherung ab. Dann ist sie oft günstiger als nachträglich.

Die meisten Hausbesitzer denken erst nach dem ersten Schaden dran – dann ist es zu spät. Sei schlauer und schütze dich rechtzeitig.

Kündigen und wechseln: So machst du alles richtig

Du bist unzufrieden mit deiner aktuellen Wohngebäudeversicherung? Oder hast ein besseres Angebot gefunden? Dann wird's Zeit zu wechseln. Hier die Anleitung für einen reibungslosen Wechsel.

Wann kannst du kündigen?

Ordentliche Kündigung: Normalerweise kannst du zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt meist 3 Monate vor Ablauf. Hast du im Januar abgeschlossen, musst du bis Ende September des laufenden Jahres kündigen.

Nach einem Schadensfall: Das ist der Geheimtipp. Nach jedem regulierten Schaden darfst du innerhalb eines Monats kündigen – auch mitten im Versicherungsjahr. Das gilt für beide Seiten: Du kannst kündigen, aber auch der Versicherer kann dir kündigen.

Bei Beitragserhöhungen: Erhöht dein Versicherer die Prämie, hast du ein Sonderkündigungsrecht. Du kannst dann fristlos zum Zeitpunkt der Erhöhung kündigen.

Beim Hausverkauf: Verkaufst du dein Haus, geht die Versicherung automatisch auf den neuen Besitzer über. Der kann sie dann innerhalb eines Monats kündigen.

So kündigst du richtig

Schriftlich: Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Ein Brief, Fax oder E-Mail reicht aus. Telefonisch geht nicht.

Rechtzeitig: Achte auf die Fristen. Bei der ordentlichen Kündigung sind das meist 3 Monate vor Vertragsende.

Einschreiben: Verschicke die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein. So hast du einen Nachweis, dass sie angekommen ist.

Versicherungsnummer angeben: Nenne in der Kündigung deine Versicherungs- oder Vertragsnummer. Das vermeidet Verwechslungen.

Musterschreiben für die Kündigung

[Dein Name]
[Deine Adresse]

[Name der Versicherung]
[Adresse der Versicherung]

[Datum]

Kündigung der Wohngebäudeversicherung
Versicherungsnummer: [Deine Nummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich die oben genannte Wohngebäudeversicherung 
fristgerecht zum [Datum]. 

[Falls zutreffend: Grund für Sonderkündigung nennen]

Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung schriftlich und teilen 
Sie mir mit, bis wann der Vertrag läuft.

Mit freundlichen Grüßen
[Deine Unterschrift]

Den neuen Anbieter richtig auswählen

Deckungslücken vermeiden: Der neue Vertrag sollte nahtlos beginnen, wenn der alte endet. Plange einen Puffer ein – lieber einen Tag Überschneidung als eine Lücke.

Vergleichbare Leistungen: Achte darauf, dass der neue Tarif mindestens die gleichen Leistungen bietet wie der alte. Sonst verschlechterst du dich trotz niedrigerem Preis.

Wartezeiten beachten: Manche Schäden sind in den ersten Monaten nicht versichert. Das betrifft vor allem Elementarschäden.

Tipp
Lass den alten Vertrag erst kündigen, wenn der neue Vertrag unterschrieben und bestätigt ist. So gehst du kein Risiko ein.

Was beim Wechsel zu beachten ist

Gesundheitsfragen: Bei der Wohngebäudeversicherung gibt's keine Gesundheitsprüfung. Du musst nur ehrliche Angaben zum Gebäude machen.

Schadenfreiheitsrabatt: Den gibt's bei der Wohngebäudeversicherung nicht wie beim Auto. Jeder Versicherer fängt bei null an.

Versicherer nicht. Du musst sie bei Vertragsabschluss angeben, damit es später keine Probleme gibt.

Vertragslaufzeit: Neue Verträge haben meist eine Laufzeit von einem Jahr mit automatischer Verlängerung. Das ist standard und okay.

Häufige Wechsel-Fallen

Zu früh kündigen: Manche kündigen zu früh und haben dann monatelang keinen Schutz. Die neue Versicherung kann erst beginnen, wenn die alte endet.

Leistungen nicht vergleichen: Ein günstigerer Preis bringt nichts, wenn wichtige Leistungen fehlen. Mache einen ehrlichen Vergleich.

Papierkrieg unterschätzen: Ein Wechsel bedeutet etwas Aufwand. Kündigung schreiben, neuen Vertrag prüfen, Unterlagen sammeln. Plane dafür Zeit ein.

Achtung
Manche Versicherer versuchen, Kunden mit Last-Minute-Angeboten zu halten. Lass dich nicht unter Druck setzen – wenn du wechseln willst, zieh es durch.

Wann sich ein Wechsel lohnt

Bei deutlichen Preisunterschieden: Wenn du mehr als 20% sparen kannst, lohnt sich ein Wechsel fast immer. Bei kleineren Unterschieden musst du abwägen.

Bei schlechtem Service: Wenn dein Versicherer im Schadensfall schlecht reagiert hat oder generell schlechten Service bietet, wechsle auch bei gleichem Preis.

Bei veralteten Bedingungen: Ältere Verträge haben oft schlechtere Bedingungen als moderne Tarife. Ein Wechsel kann sich allein deshalb lohnen.

Mit dieser Anleitung läuft dein Versicherungswechsel garantiert reibungslos. Es ist weniger kompliziert als du denkst – und kann richtig Geld sparen.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zur Wohngebäudeversicherung

Hier die Antworten auf die Fragen, die mir immer wieder gestellt werden. Kurz, knackig und ohne Versicherungskauderwelsch.

Grundlagen

Braucht jeder Hausbesitzer eine Wohngebäudeversicherung?

Rechtlich nein, praktisch ja. Es gibt keine Versicherungspflicht wie beim Auto. Aber ohne Schutz riskierst du deine finanzielle Existenz. Schon ein mittlerer Brandschaden kann 100.000+ Euro kosten. Banken verlangen die Versicherung meist als Kreditvoraussetzung.

Was ist der Unterschied zwischen Wohngebäude- und Hausratversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung zahlt bei Schäden am Gebäude selbst – Wände, Dach, fest eingebaute Sachen. Die Hausratversicherung zahlt für deine beweglichen Sachen drinnen – Möbel, Kleidung, Elektronik. Du brauchst als Hausbesitzer beide.

Gilt die Versicherung auch für Nebengebäude?

Ja, aber oft nur bis zu einem bestimmten Wert (meist 10.000-20.000 Euro). Garage, Carport, Gartenhaus sind normalerweise mit dabei. Bei teuren Nebengebäuden musst du die Versicherungssumme erhöhen.

Was passiert beim Hausverkauf mit der Versicherung?

Sie geht automatisch auf den neuen Besitzer über. Der kann sie dann innerhalb eines Monats kündigen. Als Verkäufer solltest du das dem Käufer mitteilen und alle Unterlagen übergeben.

Schäden und Leistungen

Zahlt die Versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit?

Das kommt auf den Tarif an. Moderne Tarife verzichten ganz oder teilweise auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit. Bei alten Verträgen oder Billigtarifen kann es Probleme geben. Prüfe deine Bedingungen.

Sind Photovoltaikanlagen mitversichert?

Fest installierte PV-Anlagen sind meist automatisch mitversichert. Bei sehr teuren Anlagen solltest du die Versicherungssumme erhöhen. Mobile oder provisorisch befestigte Anlagen können ausgeschlossen sein.

Was ist mit Schäden durch Marder oder andere Tiere?

Tierschäden sind normalerweise nicht versichert – außer bei Sturm. Wenn der Sturm einen Baum umwirft, der auf dein Dach fällt, ist das versichert. Wenn Marder die Dämmung zerfetzen, zahlst du selbst.

Bekomme ich bei einem Totalschaden immer den vollen Neuwert?

Nur wenn du richtig versichert bist. Bei Unterversicherung kürzt die Versicherung nach der Verhältnisregel. Deshalb ist der gleitende Neuwertfaktor so wichtig – er passt die Versicherungssumme automatisch an.

Kosten und Tarife

Wie viel kostet eine Wohngebäudeversicherung pro Jahr?

Das hängt von vielen Faktoren ab. Für ein 150-m²-Standardhaus zahlst du zwischen 250 und 600 Euro im Jahr. Einflussfaktoren: Größe, Baujahr, Region, Bauart, gewählter Tarif.

Lohnt sich eine hohe Selbstbeteiligung?

Das kommt auf deine Situation an. Mit 1.000 Euro statt 150 Euro Selbstbeteiligung sparst du 20-30% Prämie. Rechnest sich, wenn du selten Schäden hast und dir die höhere Selbstbeteiligung leisten kannst.

Kann ich die Versicherung von der Steuer absetzen?

Als Eigennutzer normalerweise nicht. Die Wohngebäudeversicherung ist Privatvergnügen. Anders bei vermieteten Objekten – da ist sie als Werbungskosten absetzbar.

Elementarschäden

Brauche ich unbedingt eine Elementarversicherung?

In den meisten Fällen ja. Durch den Klimawandel werden Starkregen, Überschwemmungen und andere Elementarschäden häufiger. Ohne Elementarversicherung bleibst du auf teuren Schäden sitzen.

Was kostet Elementarschutz zusätzlich?

Je nach Risiko 30-500 Euro pro Jahr zusätzlich zur normalen Versicherung. In risikoarmen Gebieten sehr günstig, in Hochwassergebieten teuer oder gar nicht versicherbar.

Ist Starkregen das gleiche wie Überschwemmung?

Nein, aber beide fallen unter Elementarschäden. Starkregen ist, wenn in kurzer Zeit sehr viel Regen fällt und nicht abfließt. Überschwemmung ist, wenn Gewässer über die Ufer treten. Beides braucht Elementarschutz.

Vertrag und Wechsel

Wann kann ich meine Versicherung kündigen?

Normal zum Ende des Versicherungsjahres mit 3 Monaten Frist. Außerdem nach jedem Schadensfall innerhalb eines Monats und bei Beitragserhöhungen.

Kann ich auch unterjährig wechseln?

Normalerweise nicht, außer du hast ein Sonderkündigungsrecht (nach Schäden oder Beitragserhöhung). Die meisten Verträge haben eine Jahresbindung.

Was muss ich beim Wechsel beachten?

Wichtig: Keine Deckungslücke entstehen lassen. Der neue Vertrag sollte nahtlos beginnen, wenn der alte endet. Vergleiche die Leistungen, nicht nur den Preis.

Spezialfälle

Was ist bei denkmalgeschützten Häusern anders?

Denkmalgeschützte Gebäude sind oft teurer zu versichern, weil Reparaturen mit historischen Materialien und Techniken teurer sind. Du brauchst eventuell spezielle Tarife oder höhere Versicherungssummen.

Gilt die Versicherung auch bei längerer Abwesenheit?

Meist ja, aber bei längerer Abwesenheit (über 60-90 Tage) musst du Vorsorgemaßnahmen treffen. Wasser abstellen, regelmäßige Kontrollen, im Winter heizen. Sonst kann die Versicherung leistungsfrei werden.

Was ist mit Schäden durch Renovierungsarbeiten?

Schäden durch eigene Renovierungsarbeiten sind meist nicht versichert. Wenn du Handwerker beauftragst, sollten die versichert sein. Bei größeren Umbauten musst du das der Versicherung melden.

Tipp
Bei Unklarheiten ruf bei deiner Versicherung an. Die meisten haben eine kostenlose Service-Hotline und helfen gerne weiter.

Fazit: Deine Wohngebäudeversicherung richtig gemacht

So, das war viel Input – aber jetzt weißt du mehr über Wohngebäudeversicherungen als 90% aller Hausbesitzer. Zeit für ein klares Fazit mit den wichtigsten Takeaways.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Eine Wohngebäudeversicherung ist praktisch unverzichtbar. Auch wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, riskierst du ohne sie deine finanzielle Existenz. Ein einziger größerer Schaden kann dich ruinieren.

Die Grundgefahren reichen heute nicht mehr. Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel decken nur 85-90% aller Schäden ab. Elementarversicherung wird durch den Klimawandel immer wichtiger.

Unterversicherung ist der Killer-Fehler schlechthin. Viele Hausbesitzer sind unterversichert und bekommen im Schadensfall nur einen Teil des Geldes. Der gleitende Neuwertfaktor schützt davor.

Billig ist teuer. Kampfpreise bedeuten meist schlechte Bedingungen oder miesen Service. Lieber 50 Euro mehr bezahlen und dafür guten Schutz haben.

Deine nächsten Schritte

Schritt 1: Status quo checken. Hast du schon eine Wohngebäudeversicherung? Dann prüfe sie auf Herz und Nieren. Versicherungssumme aktuell? Elementarschutz dabei? Grobe Fahrlässigkeit mitversichert?

Schritt 2: Bedarf ermitteln. Nutze unseren Vergleichsrechner für eine erste Einschätzung. Berücksichtige dabei deine persönlichen Risiken und dein Budget.

Schritt 3: Angebote vergleichen. Hole mehrere Angebote ein und vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungen. Achte besonders auf Elementarschutz und die Behandlung grober Fahrlässigkeit.

Schritt 4: Entscheiden und abschließen. Wähle einen seriösen Anbieter mit gutem Service. Für die meisten ist der Komforttarif die richtige Wahl – gute Leistungen zu fairen Preisen.

Was du unbedingt vermeiden solltest

  • Ohne Versicherung leben – Das Risiko ist zu hoch
  • Zu niedrig versichern – Führt zu bösen Überraschungen im Schadensfall
  • Elementarschutz ignorieren – Wird durch Klimawandel immer wichtiger
  • Nur auf den Preis schauen – Billige Tarife haben oft schlechte Bedingungen
  • Vertrag vergessen – Regelmäßig prüfen und bei Bedarf anpassen

Dein Versicherungs-Masterplan

Für Erstbesitzer: Schließe die Versicherung direkt beim Hauskauf ab. Nimm einen Komforttarif mit Elementarschutz und gleitendem Neuwertfaktor. Selbstbeteiligung 500-1.000 Euro ist ein guter Kompromiss.

Für Bestandsbesitzer: Prüfe deine aktuelle Police kritisch. Ist sie noch zeitgemäß? Bei Verträgen älter als 5 Jahre lohnt oft ein Wechsel – die Bedingungen sind heute deutlich besser.

Für Sparfüchse: Nutze Sicherheitstechnik-Boni, Bündelrabatte und höhere Selbstbeteiligungen. Aber spare nicht an den wichtigen Leistungen – das geht nach hinten los.

Finaler Tipp
Dokumentiere alles! Mache Fotos von deinem Haus, sammle Rechnungen für Umbauten, führe ein Renovation-Tagebuch. Im Schadensfall hilfst du damit dir selbst und der Versicherung.

Die Wohngebäudeversicherung in der Zukunft

Die Branche verändert sich schnell. Klimawandel macht neue Deckungen nötig, Digitalisierung vereinfacht Abschluss und Schadensabwicklung. Smart-Home-Technologie kann Schäden verhindern und wird mit Rabatten belohnt.

Bleib am Ball und passe deine Versicherung regelmäßig an. Was heute richtig ist, kann in 5 Jahren überholt sein.

Dein Haus ist wahrscheinlich deine größte Investition. Schütze sie richtig. Mit dem Wissen aus diesem Guide triffst du die richtige Entscheidung und schläfst ruhiger. Denn du weißt: Wenn was passiert, bist du abgesichert.

Noch Fragen? Dann nutze unseren Vergleichsrechner oder lass dich von einem Experten beraten. Dein Haus hat den besten Schutz verdient – und du auch.

Fazit

Nutze unseren Vergleichsrechner, um die besten Tarife für deine Situation zu finden – schnell, transparent und kostenlos.

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