Glasversicherung: Für wen sie sich lohnt

Glasbruch am Gebäude – wann du eine extra Glasversicherung brauchst und wann nicht.

13 Min. Lesezeit
Glasversicherung: Für wen sie sich lohnt

Glasversicherung: Für wen sie sich lohnt

Stell dir vor: Du stehst in deinem Wohnzimmer, bewunderst die riesige Glasfront zum Garten – und plötzlich kommt ein Fußball angeflogen. KRACH! 3.000 Euro für die neue Scheibe. Oder der Sturm peitscht einen Ast gegen dein Wintergarten-Dach. Wieder mehrere tausend Euro weg. Genau für solche Fälle gibt's die Glasversicherung als Zusatzbaustein zu deiner Wohngebäudeversicherung.

Aber aufgepasst: Die Glasversicherung ist nicht für jeden sinnvoll. Hast du nur normale Fenster und keine besonderen Glasflächen, zahlst du womöglich jahrelang für nichts. Besitzt du dagegen einen Wintergarten, große Glasfronten oder teures Spezialglas, kann sie dich vor dem finanziellen Ruin bewahren.

In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du über die Glasversicherung wissen musst: Was genau versichert ist, für wen sie sich lohnt, was sie kostet und wann du sie getrost weglassen kannst. Am Ende weißt du ganz genau, ob du diesen Baustein brauchst oder nicht.

Was ist Gebäudeglas und was deckt die Glasversicherung ab?

Die Glasversicherung ist ein Zusatzbaustein zu deiner Wohngebäudeversicherung. Sie springt ein, wenn Glas an oder in deinem Gebäude kaputt geht – egal durch was. Das klingt erstmal simpel, aber der Teufel steckt im Detail.

Was ist überhaupt "Gebäudeglas"? Nicht jede Glasscheibe fällt darunter. Die Versicherung unterscheidet zwischen Gebäudeglas und Mobiliar. Gebäudeglas ist fest mit dem Haus verbunden:

  • Fensterscheiben (auch Dachfenster)
  • Türverglasungen
  • Wintergartenscheiben
  • Glasfassaden und -fronten
  • Oberlichter und Glasdächer
  • Balkonverglasungen
  • Glasbausteine (wenn sie tragende Funktion haben)
  • Duschkabinen (wenn fest eingebaut)

Nicht versichert sind dagegen Spiegel, Glastische, Vitrinen oder andere Möbelstücke aus Glas. Dafür ist die Hausratversicherung zuständig.

Welche Schäden deckt die Glasversicherung ab? Hier wird's interessant: Anders als andere Versicherungsbausteine zahlt die Glasversicherung bei ALLEN Schäden – egal wie sie entstanden sind. Ein Einbrecher schlägt die Scheibe ein? Zahlt sie. Ein Ball fliegt rein? Zahlt sie. Du gehst selbst mit dem Ellbogen durch die Glastür? Zahlt sie trotzdem.

Diese "All-Risk-Deckung" macht die Glasversicherung besonders, aber auch teuer. Du zahlst quasi dafür, dass wirklich jeder erdenkliche Glasschaden abgedeckt ist.

Tipp
Die Glasversicherung zahlt auch Folgeschäden. Geht eine Scheibe kaputt und Regen dringt ein, ersetzt sie auch die beschädigten Möbel oder Böden.

Was ist mit Elementarschäden? Hier wird's kompliziert. Glasbruch durch Sturm und Hagel ist meist schon in der Grundversicherung enthalten. Schäden durch Hochwasser oder Erdrutsch dagegen brauchen den Elementarschadensbaustein – die reine Glasversicherung reicht dann nicht.

Wann lohnt sich die Glasversicherung wirklich?

Die goldene Regel: Je mehr und je teurer deine Glasflächen, desto sinnvoller die Versicherung. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Es kommt auch auf deine persönliche Situation an.

Definitiv sinnvoll ist die Glasversicherung bei:

Wintergärten und Glasanbauten: Ein Wintergarten-Dach kostet schnell 5.000 bis 15.000 Euro zum Austausch. Da kann sich die Glasversicherung schon nach einem Schaden rechnen. Besonders bei großflächigen Verglasungen oder Spezialglas wie Wärmeschutz- oder Sicherheitsglas.

Großen Glasfronten: Moderne Häuser mit bodentiefen Fenstern oder Glasfassaden haben oft Scheiben im Wert von 1.000 bis 3.000 Euro pro Stück. Bei fünf solcher Fenster summiert sich das schnell auf 10.000 bis 15.000 Euro Glaswert.

Mehrfamilienhäusern: Je mehr Wohneinheiten, desto mehr Glas – und desto höher die Schadenwahrscheinlichkeit. Bei einem Zehnparteienhaus mit 30 Fenstern ist statistisch gesehen öfter mal eine Scheibe dran.

Häusern in "gefährlichen" Lagen: Wohnst du an einer Straße mit viel Verkehr, neben einem Spielplatz oder in einem Gebiet mit häufigen Stürmen? Dann steigt das Glasbruchrisiko deutlich.

Eher verzichtbar ist die Glasversicherung bei:

Standard-Einfamilienhäusern mit normalen Fenstern: Hast du ein typisches Einfamilienhaus mit 15 Standard-Fenstern à 200 Euro Glaswert, summiert sich das auf 3.000 Euro Gesamtglasschäden. Das ist wenig im Vergleich zu den Beiträgen.

Neubau oder frisch renovierten Häusern: Neues Glas bricht seltener als altes. In den ersten Jahren ist das Schadenrisiko gering.

Häusern ohne Kinder in der Nachbarschaft: Klingt fies, ist aber statistisch belegt – die meisten Glasschäden gehen auf das Konto spielender Kinder.

Achtung
Viele Versicherer bieten die Glasversicherung nur zusammen mit anderen Bausteinen an. Einzeln ist sie oft gar nicht abschließbar.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung: Nehmen wir ein Beispiel. Du hast einen Glaswert von 8.000 Euro am Haus und zahlst 80 Euro jährlich für die Glasversicherung. Ohne Schaden hast du nach 10 Jahren 800 Euro gezahlt – 10% deines Glaswerts. Kommt in dieser Zeit ein Totalschaden, hast du gespart. Bleibt alles heil, hast du das Geld "verschenkt".

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Wintergarten, Glasfassade & Spezialglas: Die teuren Sonderfälle

Bei normalen Fenstern kannst du noch überlegen. Bei Spezialverglasungen wird die Glasversicherung oft zum Muss. Hier die wichtigsten Sonderfälle:

Wintergärten – der Klassiker: Ein Wintergarten ist praktisch ein Glashaus. Geht das Dach kaputt, stehen schnell 10.000 bis 20.000 Euro Reparaturkosten im Raum. Besonders tückisch: Wintergartendächer sind Wind und Wetter voll ausgesetzt. Hagel, herabfallende Äste oder sogar Schneelast können Schäden verursachen.

Die Besonderheit: Wintergartenglas ist meist kein normales Fensterglas, sondern Verbund-Sicherheitsglas (VSG) oder Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG). Das kostet beim Austausch deutlich mehr als normale Scheiben.

Glasfassaden und Strukturverglasungen: Moderne Bürogebäude oder schicke Einfamilienhäuser haben oft ganze Glaswände. Eine einzige solche Scheibe kann 2.000 bis 5.000 Euro kosten – je nach Größe und Glasart. Bei einer kompletten Fassade summiert sich das auf fünf- oder sechsstellige Beträge.

Spezialglas mit Zusatzfunktionen: Hier wird's richtig teuer. Beispiele:

  • Dreifach-Wärmeschutzglas: 150-300 Euro pro m²
  • Schallschutzglas: 100-250 Euro pro m²
  • Sonnenschutzglas: 120-200 Euro pro m²
  • Sicherheitsglas: 80-150 Euro pro m²
  • Selbstreinigendes Glas: 200-400 Euro pro m²

Normales Fensterglas kostet dagegen nur 30-60 Euro pro m².

Oberlichter und Glasdächer: Besonders gefährdet, weil sie allen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind. Ein Oberlicht über dem Treppenhaus mag nur 500 Euro kosten – aber wenn's kaputt geht, läuft dir der nächste Regenschauer ins Haus.

Historische oder denkmalgeschützte Verglasung: Hier wird's kompliziert und teuer. Bleiverglasung, Butzenscheiben oder andere historische Glasarten kosten beim Austausch ein Vielfaches normaler Scheiben. Oft müssen Spezialwerkstätten ran.

Glasart Kosten pro m² Typische Einsatzorte
Standard-Isolierglas 30-60 € Normale Fenster
Dreifach-Verglasung 150-300 € Energieeffiziente Neubauten
VSG-Sicherheitsglas 80-150 € Wintergärten, Überkopfverglasung
Strukturglas (Fassade) 200-500 € Glasfronten, moderne Architektur
Spezialglas mit Beschichtung 200-400 € Selbstreinigend, entspiegelt
Tipp
Bei Spezialglas immer die genaue Bezeichnung und den Hersteller notieren. Nach einem Schaden muss oft exakt das gleiche Glas wieder rein – sonst passt die Optik nicht.

Was kostet die Glasversicherung?

Die Kosten für eine Glasversicherung hängen von mehreren Faktoren ab. Anders als bei anderen Versicherungsbausteinen spielt hier nicht der Gebäudewert die Hauptrolle, sondern der reine Glaswert.

Die wichtigsten Kostenfaktoren:

Glaswert: Das ist der wichtigste Faktor. Die meisten Versicherer rechnen mit 0,8 bis 1,2% des Glaswerts als jährlichen Beitrag. Bei 10.000 Euro Glaswert zahlst du also 80 bis 120 Euro pro Jahr.

Art des Glases: Normales Isolierglas ist günstiger zu versichern als Spezialglas. Für Wintergärten oder Strukturverglasungen verlangen manche Anbieter Aufschläge von 20-50%.

Lage des Gebäudes: In sturm- oder hagelgefährdeten Gebieten können die Beiträge um 10-30% höher liegen. Auch die Nähe zu Spielplätzen oder Sportanlagen kann den Preis beeinflussen.

Gebäudeart: Mehrfamilienhäuser sind oft teurer als Einfamilienhäuser, weil mehr Menschen = höhere Schadenwahrscheinlichkeit.

Selbstbeteiligung: Mit einer Selbstbeteiligung von 150-500 Euro kannst du den Beitrag um 10-25% senken.

Glaswert Jahresbeitrag (ohne SB) Jahresbeitrag (250€ SB)
5.000 € 50-70 € 40-55 €
10.000 € 90-130 € 75-105 €
20.000 € 180-260 € 145-210 €
50.000 € 450-650 € 360-520 €

Achtung bei der Glaswert-Ermittlung: Viele Hausbesitzer verschätzen sich hier gewaltig. Sie rechnen nur mit dem reinen Materialwert der Scheiben – vergessen aber Rahmen, Beschläge und Einbaukosten. Eine Fensterscheibe für 100 Euro kann mit Ausbau, Transport und Wiedereinbau schnell 400 Euro kosten.

Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus:

  • 15 Fenster à 300 € Austauschkosten = 4.500 €
  • 3 Terrassentüren à 600 € = 1.800 €
  • 1 Haustür mit Verglasung à 400 € = 400 €
  • 2 Dachfenster à 350 € = 700 €
  • Gesamtglasschäden: 7.400 €
  • Jahresbeitrag: ca. 65-85 €

Spartipps für die Glasversicherung:

  1. Paketrabatte nutzen: Viele Versicherer geben 5-15% Nachlass, wenn du mehrere Bausteine zusammen abschließt.

  2. Selbstbeteiligung vereinbaren: 250 Euro Selbstbehalt können 15-25% Beitrag sparen.

  3. Glaswert realistisch kalkulieren: Übertreib nicht, aber untertreib auch nicht. Eine Unterversicherung kann teuer werden.

  4. Regelmäßig vergleichen: Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich – bis zu 50%.

Achtung
Manche Billiganbieter schließen bestimmte Glasarten aus oder haben versteckte Kosten. Das Kleingedruckte lesen lohnt sich hier besonders.

Glasschäden richtig melden: So läuft es ab

Ein Glasschaden ist passiert – was jetzt? Die ersten Schritte entscheiden oft darüber, ob und wie schnell die Versicherung zahlt. Hier die wichtigsten Punkte:

Sofortmaßnahmen nach dem Glasschaden:

  1. Schadenstelle sichern: Glasscherben wegräumen (Verletzungsgefahr!), aber Beweise sichern. Fotos von allen Seiten machen, bevor du aufräumst.

  2. Folgeschäden verhindern: Regenschutz mit Folie oder Brettern. Das ist deine Schadenminderungspflicht – machst du das nicht, kann die Versicherung Leistungen kürzen.

  3. Schaden sofort melden: Am besten noch am selben Tag, spätestens innerhalb einer Woche. Viele Versicherer haben 24h-Schadenshotlines.

  4. Nichts eigenständig reparieren: Erst die Freigabe der Versicherung abwarten, sonst bleibst du auf den Kosten sitzen.

Was die Versicherung von dir braucht:

  • Detaillierte Schadensmeldung: Wann, wo, wie ist der Schaden entstanden?
  • Fotos: Von der kaputten Scheibe, dem Schadensverursacher (Ball, Ast etc.) und der Umgebung
  • Kostenvoranschläge: Von mindestens zwei Betrieben
  • Zeugenaussagen: Falls vorhanden und der Schaden nicht offensichtlich selbstverschuldet ist

Der Ablauf im Detail:

Nach deiner Schadensmeldung schickt die Versicherung meist einen Gutachter vorbei. Bei kleineren Schäden (unter 500 Euro) geht das oft auch per Foto. Der Gutachter prüft:

  • Ist das Glas überhaupt versichert?
  • Wie ist der Schaden entstanden?
  • Wie hoch sind die Reparaturkosten?

Anschließend bekommst du die Freigabe für die Reparatur. Die Rechnung schickst du dann direkt an die Versicherung – oder der Handwerker rechnet direkt ab.

Besonderheiten bei verschiedenen Schadensarten:

Mutwilliger Vandalismus: Hier wird oft eine Strafanzeige verlangt. Die Versicherung zahlt trotzdem, versucht aber den Verursacher in Regress zu nehmen.

Glasbruch durch Tiere: Läuft ein Reh in deine Terrassentür, zahlt die Glasversicherung. Zerkratzt dagegen deine Katze die Scheibe, ist das meist ausgeschlossen.

Schäden durch Dritte: Wirft der Nachbarsjunge einen Ball durch dein Fenster, zahlst die Glasversicherung sofort. Das Geld holt sie sich dann von der Haftpflichtversicherung der Familie zurück.

Thermische Glasspannungsrisse: Entstehen durch Temperaturschwankungen – oft bei Südseiten oder in der Nähe von Heizkörpern. Schwer zu beweisen, aber die Glasversicherung zahlt meist trotzdem.

Schadensart Zahlt Glasversicherung? Besonderheiten
Einbruch Ja Zusätzlich prüfen: Hausrat
Sturm/Hagel Ja Oft schon in Grundversicherung
Vandalismus Ja Strafanzeige meist erforderlich
Selbstverschuldung Ja Das ist der große Vorteil
Temperaturrisse Ja Nachweis oft schwierig
Tierschäden Teilweise Je nach Tierart und Situation
Tipp
Führe eine "Glasliste" mit Fotos aller wertvollen Glasflächen. Nach einem Schaden weißt du dann genau, was wo war und wie es aussah.

Alternativen zur Glasversicherung

Die Glasversicherung ist nicht die einzige Möglichkeit, sich gegen Glasschäden zu schützen. Je nach Situation können andere Lösungen sinnvoller oder günstiger sein.

Selbstversicherung – das eigene Sparschwein:

Die simpelste Alternative: Du verzichtest auf die Glasversicherung und legst das Geld selbst zurück. Bei 80 Euro Jahresbeitrag hast du nach 10 Jahren 800 Euro angespart. Das reicht für 2-3 Standard-Fenster.

Wann macht das Sinn? Bei geringem Glaswert (unter 5.000 Euro) und wenn du finanziell entspannt bist. Ein einzelner Glasschaden von 500 Euro tut weh, ruiniert dich aber nicht.

Der Nachteil: Bei einem großen Schaden – etwa am Wintergarten – reicht dein Erspartes nicht. Und Murphy's Law besagt: Der Schaden kommt immer dann, wenn du das Geld gerade für was anderes ausgegeben hast.

Erhöhung der Deckungssumme in der Grundversicherung:

Manche Versicherer bieten an, die Glasschäden in der normalen Wohngebäudeversicherung mitzuversichern – allerdings nur für bestimmte Ursachen wie Sturm, Hagel oder Leitungswasser. Das ist günstiger als eine separate Glasversicherung.

Vorteil: Du zahlst nur einen geringen Aufschlag (20-40 Euro) statt einem vollwertigen Glasbaustein (80-150 Euro).

Nachteil: Nicht alle Schäden sind abgedeckt. Selbstverschuldete Schäden oder Vandalismus bleiben außen vor.

Sicherheitsglas als Prävention:

Statt zu versichern, kannst du auch vorbeugen. Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) oder Verbund-Sicherheitsglas (VSG) ist deutlich bruchfester als normales Glas. Bei Neubauten oder Renovierungen die bessere Wahl.

Die Kosten: ESG kostet etwa 50% mehr als normales Glas, VSG etwa 100% mehr. Das amortisiert sich über die Jahre durch gesparte Glasversicherung – wenn du in den ersten 10-15 Jahren keinen Schaden hast.

Besonders sinnvoll bei:

  • Fußbereich und bodennahen Fenstern
  • Überkopfverglasung (Wintergarten, Oberlichter)
  • Bereichen mit erhöhter Bruchgefahr

Kombination verschiedener Ansätze:

Smart ist oft eine Mischung: Besonders gefährdete oder teure Glasflächen (Wintergarten) versicherst du, normale Fenster deckst du durch Selbstversicherung ab.

Beispiel-Strategie für ein Einfamilienhaus mit Wintergarten:

  • Wintergarten: Extra Glasversicherung (Wert 15.000 €)
  • Normale Fenster: Selbstversicherung (Wert 8.000 €)
  • Jährliche Ersparnis: ca. 50 Euro
  • Risiko: maximal 8.000 Euro bei Totalschäden aller Fenster (sehr unwahrscheinlich)
Tipp
Bei wertvollen Glasflächen lohnt sich oft eine Teilversicherung. Du versicherst nur das teure Spezialglas und deckst die Standardfenster selbst ab.

Die Hausratversicherung als Ergänzung:

Vergiss nicht: Mobiliar aus Glas (Glastische, Vitrinen etc.) ist über die Hausratversicherung abgedeckt. Eine separate Glasversicherung für Möbel brauchst du nicht.

Was spricht gegen die Alternativen?

Der große Vorteil der Glasversicherung ist die Vollkaskodeckung. Egal was passiert – sie zahlt. Bei allen Alternativen trägst du ein Restrisiko. Die Frage ist: Kannst du mit diesem Risiko leben und schlafen?

Häufige Fragen zur Glasversicherung

Zahlt die Glasversicherung auch bei selbstverschuldeten Schäden?

Ja, das ist sogar der größte Vorteil der Glasversicherung. Gehst du mit dem Ellbogen durch die Glastür oder dein Kind schießt den Ball ins Fenster – die Versicherung zahlt trotzdem. Diese "All-Risk-Deckung" macht sie teuer, aber auch besonders wertvoll.

Sind Glasschäden durch Sturm nicht schon in der Grundversicherung enthalten?

Jein. Sturm- und Hagelschäden sind meist in der Grundversicherung mit drin. Aber nur, wenn der Sturm Windstärke 8 (62 km/h) oder mehr hatte. Bei schwächerem Wind zahlt nur die separate Glasversicherung. Außerdem ist die Deckungssumme in der Grundversicherung oft begrenzt.

Was passiert, wenn ich den Glaswert zu niedrig angebe?

Dann droht dir eine Unterversicherung. Die Versicherung zahlt nur den Anteil, der dem Verhältnis von angegebener zu tatsächlicher Versicherungssumme entspricht. Bei 50% Unterversicherung bekommst du auch nur 50% des Schadens erstattet – egal wie klein der einzelne Schaden ist.

Kann ich die Glasversicherung auch für bereits beschädigte Scheiben abschließen?

Nein, das geht nicht. Wie bei allen Versicherungen gilt: Nur das versichern, was noch heil ist. Bestehende Schäden sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Manche Versicherer verlangen sogar eine Wartezeit von 2-4 Wochen nach Vertragsabschluss.

Zahlt die Glasversicherung auch für provisorische Reparaturen?

Ja, aber nur die notwendigen Kosten für die Schadenminderung. Eine Notabdeckung mit Folie oder Brettern wird erstattet. Ein teures Provisorium auf eigene Faust zahlt sie aber nicht.

Wie wird der Glaswert richtig ermittelt?

Der Glaswert umfasst nicht nur das reine Material, sondern alle Kosten für den Austausch:

  • Materialkosten der Scheibe
  • Rahmen und Beschläge (falls mitbeschädigt)
  • Ausbau der alten Scheibe
  • Transport und Entsorgung
  • Einbau der neuen Scheibe
  • Arbeitskosten

Faustregel: Der Gesamtaustauschkosten sind etwa 2-3 mal so hoch wie der reine Materialwert der Scheibe.

Was ist mit Glasschäden durch Erdbeben oder Hochwasser?

Das kommt auf deinen Vertrag an. Die reine Glasversicherung deckt meist alle Ursachen ab – also auch Erdbeben. Bei Hochwasser wird's komplizierter: Steht das Wasser im Haus und die Scheibe geht dadurch kaputt, zahlt sie. Läuft aber Wasser von außen gegen die Scheibe, brauchst du zusätzlich die Elementarschadenversicherung.

Achtung
Bei der Kombination mehrerer Versicherungsbausteine können sich die Deckungen überschneiden. Lass dir vom Versicherer genau erklären, wer wann zahlt.

Fazit: Wann du eine Glasversicherung brauchst

Die Glasversicherung ist ein Spezialfall unter den Versicherungsbausteinen. Sie zahlt bei wirklich allen Glasschäden – egal ob selbstverschuldet oder nicht. Das macht sie wertvoll, aber auch teuer.

Du brauchst sie definitiv, wenn du:

  • Einen Wintergarten oder große Glasanbauten besitzt
  • Viel Spezialglas (Wärmeschutz, Sicherheitsglas etc.) im Haus hast
  • Eine Glasfassade oder bodentiefe Glasfronten besitzt
  • In einem Mehrfamilienhaus wohnst oder vermietest

Du kannst darauf verzichten, wenn du:

  • Nur Standard-Fenster hast und deren Austausch finanziell verkraftest
  • Bereit bist, das Risiko selbst zu tragen
  • Eine hohe Selbstbeteiligung (ab 500 Euro) wählst

Die Kosten liegen meist zwischen 0,8 und 1,2% des Glaswerts pro Jahr. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 8.000 Euro Glaswert zahlst du also 65-100 Euro jährlich.

Unser Tipp: Mach eine ehrliche Bestandsaufnahme deiner Glasflächen. Rechne alle Austauschkosten zusammen und überlege, ob du diese Summe im Schadensfall aus eigener Tasche zahlen könntest. Falls nein – schließ die Glasversicherung ab.

Mehr Details zu allen Bausteinen der Gebäudeversicherung findest du in unserem Hauptratgeber zur Wohngebäudeversicherung. Oder nutze direkt unseren Vergleichsrechner, um das beste Angebot für deine Situation zu finden.

Fazit

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